Hinter der Gramastettner Kirche fällt das Gelände steil zur Rodl ab – dieser Bereich heißt Kirchleiten oder Kialeit‘n.  Ein Teil dieses fast unbewirtschaftbaren steilen Hanges gehörte dem Gramastettner Bader, Geburts- und Wundarzt Alois Peither.

Alois Peither

Für Peither war die Kirchleiten ein Lebenswerk, er wollte sie nutzbar machen. Ab 1850 entstanden mit dem Bau von unzähligen Mauern aus lose aufeinander gestapelten Granitsteinen Terrassen. Die ebenen Flächen nützte Peither u.a. um Maulbeerbäume zu pflanzen und Seidenraupen zu züchten sowie für den Anbau von Obstbäumen, Gemüse und Hopfen. Er legte eine Wein- und Hopfenlaube, eine Bienen- und eine Futterhütte an.

Mitten durch die Anlage führte eine steile Stiege aus Natursteinen mit insgesamt 365 Stufen, daher der Name Jahresstiege. Die Stiege weist eine Länge von etwa 140 m und einen Höhenunterschied von 72,5m auf, das ist eine Steigung von etwa 27° bzw. 51%.

Historische Ansicht auf einer Postkarte

Der Terrassenbau war ein bemerkenswertes Sozialprojekt, da er vielen Armen damit Arbeit und Einkommen ermöglichte. Laut historischen Aufzeichnungen verschlagenen die Arbeiten von 1859 bis 1886 ca. 20.000 Gulden, das gesamte Heiratsgut seiner Frau.

Nach 1939 verlor der Anbau seine Bedeutung, die Terrassen wurden aufgeforstet. In der Folge begannen die Stützmauern und die Jahresstiege zu verfallen, die Natur eroberte sich die Terrassen langsam zurück. 1975 wurde ein Teil der Stiege, 1991 bis 1993 der verbleibende Teil renoviert und wieder begehbar gemacht.

 Futterhütte des Alois Peither bei der Rodl

 

Das war die Geschichte, so soll die Zukunft aussehen.